Tiernamen

Nach der Legende der Kato Indianer gab es vor unserer Welt eine Welt, in der der Donnergott und der Gott Nagaicho lebten. Als der Himmel von einem Donnerschlag beschädigt worden war, erneuerten die Götter den Himmel, da er zu alt war. Im Zuge der Erneuerung schufen sie eine Welt mit Menschen, die unserer ähnelte. Doch dies war nicht lange von Dauer: Es regnete in Strömen und die Ozeane flossen ineinander, sodass es weder Leben noch Wetter gab.

Da tauchte der langhörnige Erddrachen ins Wasser hinab. Als er im Ozean dahin schwamm, reichte ihm das Wasser bis zu den Schultern. Auf seinem Kopf saß der Gott Nagaicho. An einer seichten Stelle reckte der Erddrachen seinen Kopf empor und schaute zum Himmel hinauf. Und sogleich ragten gewaltige Felsen aus dem Wasser.

Im Osten, unter der aufgehenden Sonne, blickte er wieder zum Himmel, und gleich einem Wunder tauchte in der Nähe der Küste eine Insel auf. Als er auf dem Weg nach dem fernen Süden war, richtete der Erddrachen seinen Blick unentwegt zum Himmel hinauf und ließ so eine Gebirgskette aus dem Wasser erstehen.


Tiernamen

Aber im Süden angelangt, legte sich der Drache nieder und ruhte. Nagaicho richtete den Kopf des Drachen geradeaus und streute grau farbigen Lehm auf dessen Haupt sowie auf jedes seiner Hörner. Den Lehm bedeckte er mit einer Schicht von Schilfgras, auf die er wieder eine Lage Lehm gab. Dann setzte er kleine Steine darauf und bepflanzte alles mit Gras. Sträuchern und Bäumen. Auf diese ist, wurde das Antlitz der Erde grün.

Ich bin fertig, sagte Nagaicho. Dann erschienen Menschen. Sie trugen Tiernamen. Später, als die Indianer die Erde besiedelten, wurden diese ersten Menschen in jene Tiere verwandelt, deren Namen sie hatten. Die Robbe, der Seelöwe und der Grizzlybär bauten ein Tanzhaus. Eine Frau, die Wal hieß, war fett. Deswegen gibt es auch heute so viele beleibte Indianerinnen.